Liebe Freunde und liebe Förderer,

Kurz vor der Sommerpause möchten wir Ihnen einen kleinen Gruß zukommen lassen verbunden mit dem ersten Kapitel unserer „Litauengeschichten“.

Wir starten heute damit, unsere Jugendlichen aus Litauen zu Wort kommen zu lassen und über ihre Entwicklung zu berichten. Viele unserer Schützlinge begleiten wir von klein auf und haben ihren bisherigen Weg verfolgen können. Daraus haben sich enge Vertrautheit und Freundschaft entwickelt.

Sie erfahren auf diesem Weg mehr über die persönlichen Lebenswege dieser jungen Menschen und ihre persönliche Sichtweise auf unsere Unterstützung.

In der heutigen ersten Ausgabe der „Litauengeschichten“ berichtet Otmar Debald über ein besonderes Projekt, die Eröffnung eines Friseursalons

Aus einem Traum wird Wirklichkeit – Mentoring, das Leben verändert

Dies ist die Geschichte von Janusas Alek, den ich seit fast zehn Jahren kenne. Seine Kindheit war von schwierigen Erfahrungen und Traumata geprägt. Trotzdem hat er nie aufgegeben. Er absolvierte eine Ausbildung zum Friseur und entwickelte den Traum, eines Tages einen eigenen Salon zu eröffnen.

Als ich ihn im vergangenen September in Litauen traf, erzählte er mir von diesem Traum. Was ihm fehlte, waren nicht Motivation oder Können – sondern Startkapital und Erfahrung bei der Gründung eines Unternehmens. Dann habe ich ihm vorgeschlagen, ihn auf diesem Weg zu begleiten.

Ich finanzierte die komplette Ausstattung seines Salons als Darlehen, damit er die Chance erhält, sich seine eigene Existenz aufzubauen. Gleichzeitig begleitete ich ihn als Mentor. Gemeinsam entwickelten wir einen Businessplan, führten zahlreiche Videokonferenzen und arbeiteten an Themen wie Finanzierung, Marketing, Organisation und Unternehmensführung.

Dann der große Tag im November: Janusas eröffnete seinen Salon „Jazz & Cuts“ in einer Kleinstadt nördlich von Vilnius. Der Name des Salons sagt auch etwas darüber, dass das ein besonderer Salon sein sollte. Janusas wollte einen Ort schaffen, an dem Menschen nicht nur ihre Haare schneiden lassen, sondern sich begegnen, miteinander ins Gespräch kommen und sich wohlfühlen. Ein Treffpunkt für die Gemeinschaft – modern, offen und mit viel persönlicher Atmosphäre.

Heute, nur wenige Monate später, kann Janusas bereits von seinem Unternehmen leben. Die Zahl seiner Stammkunden wächst kontinuierlich, positive Bewertungen sprechen sich herum und sogar der Verkauf von Pflegeprodukten entwickelt sich erfreulich. Inzwischen denkt er bereits über einen zweiten Standort nach.

Besonders beeindruckt mich aber auch, dass Janusas mir regelmäßig berichtet über die Entwicklung seines Unternehmens – nicht nur über Erfolge, sondern auch über Schwierigkeiten.

Derzeit beschäftigt ihn vor allem die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Außerdem muss er aufgrund neuer hygienerechtlicher Vorgaben möglicherweise einen neuen Standort für seinen Salon finden. Auch beim Finanzmanagement sammelt er wichtige Erfahrungen und arbeitet daran, seine betrieblichen Abläufe weiter zu professionalisieren.

Genau darin zeigt sich der eigentliche Wert unseres Mentoring-Projekts.

Unternehmertum bedeutet nicht, dass alles von Anfang an funktioniert. Es bedeutet, Probleme zu erkennen, Lösungen zu entwickeln und daran zu wachsen. Und genau diesen Weg geht Janusas mit großem Engagement und bemerkenswerter Offenheit.

Für mich persönlich ist dieses Projekt ein schönes Beispiel dafür, dass unsere Arbeit einen Unterschied macht.

Wir helfen nicht nur in schwierigen Lebenssituationen. Wir schaffen Perspektiven. Wir begleiten junge Menschen dabei, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen und ihre Träume Wirklichkeit werden zu lassen.

Lassen wir Janusas dann nochmal selbst zu Wort kommen:

„Mein Weg ist noch nicht zu Ende. Es gibt noch viel zu tun – beruflich wie persönlich. Aber zum ersten Mal in meinem Leben spüre ich echte Hoffnung und sehe eine Zukunft, die ich mit meinen eigenen Händen gestalten kann.“

Es sind die persönlichen Verbindungen zu unseren Schützlingen, die die Arbeit unseres Teams zu etwas Besonderem machen. Jeder kleine Erfolg, jeder Glücksmoment dieser jungen Menschen motiviert, uns weiter mit Engagement und Herzenswärme für ihre Zukunft einzusetzen. Dies ist nur möglich, weil wir Sie als Freunde und Unterstützer an unserer Seite haben, ein herzliches Aciu dafür.

Möchten Sie unsere Arbeit, die jungen Menschen und ihr schönes Heimatland Litauen kennenlernen?

Dann sind Sie herzlich willkommen uns auf unserer diesjährigen Patenreise zu begleiten.

Patenreise nach Litauen vom 27. bis 30. August 2026

Das Team der Kinder- und Jugendförderung wünscht Ihnen eine erholsame und sonnige Sommerzeit verbunden mit einem großen Dankeschön für Ihre Treue